Trends sind laut und überleben den Januar nicht. Schwarz schweigt und bleibt.
Es gibt eine spezifische Art von Traurigkeit, die über Fitnessstudios in der dritten Februarwoche hängt. Es ist der Geruch von gescheiterter Selbstoptimierung. Von Trends, die im Januar wie Leuchtfeuer der Hoffnung (oder zumindest der Hoffnung auf einen strafferen Gluteus) entzündet wurden und nun, konfrontiert mit der brutalen Realität der menschlichen Trägheit, leise verpuffen.
Statistisch gesehen überlebt die Mehrheit der kulturellen Wellenbewegungen – sei es eine neue Diät, eine Modefarbe oder der kollektive Entschluss, jetzt „achtsamer“ zu sein – den ersten Kalendermonat nicht.
Wir haben nie für diesen ersten Monat entworfen.
Das Designen für den Trend ist im Grunde ein Akt der kalkulierten Obsoleszenz; es ist der Versuch, einem Objekt eine Relevanz zu injizieren, die genau so lange hält wie die Aufmerksamkeitsspanne eines goldenen Retrievers in einem Raum voller Eichhörnchen.
Wenn wir sagen, wir entwerfen für jene, die ausharren, dann meinen wir damit eine fast trotzige Weigerung, an der hysterischen Zirkulation des Neuen teilzunehmen. Wir sprechen von Objekten, die eine gewisse Dichte besitzen. Handwerk ist hier nicht bloß ein Marketingbegriff, den man auf ein Etikett druckt, um den Preis zu rechtfertigen, sondern ein Prozess des Widerstands gegen die Entropie. Ein gut gemachter Gegenstand ist ein Anker. Er sagt: Ich bleibe hier. Auch wenn du deine Vorsätze brichst.
Und dann ist da Schwarz.
Man muss verstehen, dass Schwarz in der Welt der Ästhetik eine Art Paradoxon darstellt. Es ist technisch gesehen die Absorption allen Lichts, was es – wenn man darüber nachdenkt – zur egoistischsten und gleichzeitig großzügigsten aller Farben macht. Es nimmt alles auf und gibt nichts zurück außer Form.
Schwarz ist Poesie ohne Worte. Warum? Weil Wörter fast immer unzureichend sind. Wörter sind laut. Trends sind laut. Farben (denken Sie an Pantone-„Colors of the Year“) schreien nach Aufmerksamkeit wie ein vernachlässigtes Kleinkind.
Schwarz schweigt.
In diesem Schweigen liegt eine nonkonformistische Qualität, die in unserer visuell hyperaktiven Kultur fast schon radikal wirkt. Schwarz verlangt vom Betrachter, sich auf die Struktur zu konzentrieren, auf das Material, auf die Naht, auf das Ding an sich. Es gibt keine Ablenkung durch Dekoration. Wenn etwas schwarz ist, muss es perfekt sein, denn der Schatten verzeiht keine Fehler in der Textur.
Wir richten uns an die Enduristen. Das sind nicht zwangsläufig die Leute, die Marathons laufen (obwohl sie es könnten), sondern jene, die verstehen, dass Qualität eine Form von Zeitreise ist: Ein Objekt zu besitzen, das heute gut ist und in zehn Jahren immer noch gut sein wird, ist der einzige Weg, die Zeit zu verlangsamen. Die Welt ist voll von Dingen für den Januar. Laut, bunt, vergänglich.
Wir bevorzugen den Rest des Jahres. Wir bevorzugen die Stille. Wir bevorzugen das, was bleibt, wenn das Licht ausgeht.