SALE:
EIN BLICK NACH VORN,
EIN BLICK ZURÜCK
UND EIN BLICK INS ARCHIV

A K T U E L L E S

Wir öffnen nun unser Archiv und starten mit dem Sale! Dabei bieten wir sorgfältig kuratierte Avantgarde-Mode und Artefakte. Und doch fühlt es sich anders an als letztes Mal und die Male zuvor, denn eine Krise lag dazwischen. Und überstanden ist sie ja noch immer nicht, auch wenn es sich für viele so anfühlt in dieser Jahreszeit, die die Natur in allen Farben, Gerüchen und Geräuschen explodieren lässt. Auf jeden Fall hat sie sich verändert: Leise knistert sie nun in der Glut des Feuers, das vor ein paar Wochen noch meterhoch brannte. Auch in unseren Köpfen funkt es wild, und diese Gedankenfunken wollen wir, ja müssen wir in Worte verwandeln – bevor wir Sie über unseren aktuellen Sale informieren. „Words are events, they do things, change things“, hat die Schriftstellerin Ursula K. Le Guin gesagt. Für die, die sie hören oder lesen sowie für jene, die sie aussprechen oder schreiben.

Orte des Erahnten, aber noch nicht Begriffenen, die dann eines Tages - eher zufällig als nach Terminabsprache - von Individuen realpolitisch eingenommen werden. 

DOMINIK FINKELDE


Quo vadis, Post-Corona-Welt?

QUO VADIS, POST-CORONA-WELT?

Von „Orten des Erahnten, aber noch nicht Begriffenen, die dann eines Tages – eher zufällig als nach Terminabsprache – von Individuen […] realpolitisch eingenommen werden“ schreibt der Philosoph Dominik Finkelde in einem Artikel in der 'Zeit' über die Klimaaktivistin Greta Thunberg. Er bezieht sich dabei auf G.W.F. Hegel, den wichtigsten Vertreter des Idealismus. Hegel war der Meinung war, dass „gesellschaftliche Verhältnisse Subjekte erzeugen können, die – wenn sie plötzlich da sind – rückwirkend ihre Ankunft beglaubigen.“ Die Klimakrise schwebte jahrzehntelang atmosphärisch im Raum, und dass Greta Thunberg und viele andere sich dann ihrer als AgentInnen annahmen, lässt sich nachträglich gut erklären und ableiten. 




Aber was oder wer war vor Greta Thunberg et altri? Und was hat das mit der aktuellen Lage zu tun? Befinden wir uns jetzt in einer ähnlichen Situation? In einer abschwellenden Krise, die unsichtbar im Raum schwebt wie der Corona-Virus selber? In einer Krise, die noch AgentInnen ausbilden wird? Wer werden sie sein? Wie werden wir leben? Was wird sich ändern? Was können wir tun, was müssen wir akzeptieren? 



Eine Art Zwischen-Zeit - Magazin | eigensinnig wien

Im März, als die Krise noch frisch, neu und groß war und die ganze Welt sukzessive einfärbte, schrieben wir in unserem Essay „Eine Art Zwischen-Zeit“ über die in ihr schlummernden Möglichkeiten. Wir sahen in ihr die Chance der Entschleunigung. Wir standen ihr zu, Resonanzerfahrungen zu ermöglichen. Bei wem hat sie das geschafft, und bei wem nicht? Und wie ist es jetzt? In welcher Phase befinden wir uns? Wird die Welt nun langsam wieder schneller, lauter, oder kommt es uns nur so vor? Kommen wir einander wieder näher, gehen wir wieder mehr hinaus? Und das nicht nur, weil der Sommer so gut riecht?

Wir können nur losgehen von dem Ort, an dem wir uns befinden. Was geschehen ist, ist für immer in der Vergangenheit gespeichert und ihr eingeschrieben. Sie lässt sich nicht ändern, aber wir können an ihr wachsen, aus ihr lernen, ihr etwas Positives abgewinnen. 



Was uns – Stefanie und Toni – betrifft, so können wir durchaus sagen, dass die letzten Monate uns einiges abverlangt haben. „Wir rollen unseren Stein weiter rauf und versuchen über den Berg zu kommen. Dann lassen wir uns überraschen, wie hoch der nächste Berg sein wird,“ sagte Toni in einem Interview mit der Wochenzeitung Profil. Wir spüren die Auswirkungen des Lockdowns wie so viele andere, die zu Kurzarbeitenden oder Arbeitslosen wurden. Wie so viele Selbstständige, die ihre Existenz gefährdet sehen und den Blick in die Zukunft scheuen, weil sie dort nichts als dicken Nebel wahrnehmen, in dem man leicht stolpern kann. 


Es ist nicht alles schlecht, was aus der Dunkelheit kommt | eigensinnig wien

DENNOCH: ES IST NICHT ALLES SCHLECHT, WAS AUS DER DUNKELHEIT KOMMT

Die letzten Monate waren aufreibend und dornig; aber sie hatten auch ihr Gutes. Wie es jetzt weitergeht? Der Schriftsteller Thomas Meyer sagte mal in einem Interview: „Meine Erfahrung ist, dass man sehr gut damit beraten ist, sich mit den Dingen zu befassen, so wie sie sind und nicht, wie man sie gerne hätte.“ Wir können nur losgehen von dem Ort, an dem wir uns befinden. Was geschehen ist, ist für immer in der Vergangenheit gespeichert und ihr eingeschrieben. Sie lässt sich nicht ändern, aber wir können an ihr wachsen, aus ihr lernen, ihr etwas Positives abgewinnen. 




„Nothing is ever lost nor can be lost,“ schrieb Walt Whitman in einem Gedicht. Vielleicht liegt die schöpferische Kraft der Krise darin, das zerstört zu haben, was ohnehin nicht mehr funktioniert hatte – wie der allgegenwärtige Produktions- und Konsumzwang in unserer leistungsgetriebenen Gesellschaft, in der Effizienz und Schnelligkeit mit völliger Selbstverständlichkeit zu Handlungsmaximen hochstilisiert werden. „Die Geschichte kommt gar nicht mehr dazu, sich abzuspielen […] , sie verpufft in ihrer unmittelbaren Wirkung, sie erschöpft sich im Schaueffekt, sie fällt auf sich selbst zurück und implodiert in Aktualität,“ schrieb der französische Philosoph Jean Baudrillard schon im Jahr 1990. Vielleicht zeigt die Krise, was falsch läuft und dringend geändert werden muss. Vielleicht trennt sie das Wesentliche vom Unwichtigen. Vielleicht räumt sie auf. Vielleicht schafft sie Klarheit.

Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste, und ich nehme es, wie es kommt.

HANNAH ARENDT


Vielleicht.
Denn wissen können wir es nicht. „Wir können nie definitiv von der Unwissenheit zur Gewissheit gelangen, weil uns der Faden des Fragens immer wieder zur Unwissenheit führt,“ schrieb der französische Existenzialist Maurice Merleau-Ponty. Auch wenn Fragen zu Antworten führen, so sind diese niemals absolut, denn sie sind eingebettet in Raum und Zeit. Sie fließen dahin, müssen angepasst werden und werfen neue Fragen auf oder lassen alte wieder hochkommen. Unser Weg besteht nun darin, uns in diese Ungewissheit hineinzulehnen und einen Schritt nach dem anderen zu gehen. „Ich bereite mich auf das Schlimmste vor, ich hoffe das Beste, und ich nehme es, wie es kommt,“ sagte einst die Publizistin Hannah Arendt. 

LESEN SIE UNSER ESSAY "SCHWARZ: EINE HOMMAGE AN DIE DUNKELSTE ALLER FARBEN"



Avantgarde Mode in schwarz für Damen und Herren - Sale, Online Shop | eigensinnig wien



WAS IST NUN UNSER NÄCHSTER SCHRITT? - ARCHIV SALE

Auf unseren Stangen hängt, aufgrund der Umstände, weitaus mehr Mode als geplant. Und das kommt nun Ihnen zu Gute: Wir starten mit unserem Archiv Sale. Ab sofort schenken wir Ihnen bis zu 70 % auf kuratierte Kollektionen für Damen und Herren. Wir wollen wieder frische Luft atmen, spüren das Verlangen nach Veränderung, nach Sonne. Spüren Sie es auch? Haben Sie Lust, Ihren Eigensinn zu aktivieren? Dann kommen Sie doch vorbei, real oder virtuell. 




HIER GEHT ES ZUM ARCHIV SALE

Was Sie erwartet.

Leichte Sommermode aus Leinen und Baumwolle, viel davon selbstverständlich in Schwarz. Jacken, Hosen und Mäntel für Damen und Herren, Anzüge und Ensembles, Hemden, T-Shirts, kurze Hosen und Artefakte aller Art – Hüte, Schmuck, Parfums, Taschen, Kerzen.

Viele Unikate führen wir auch in großen Größen (54-56 für Herren, 42-44 für Damen).

Wo.

Bei uns im Showroom am pittoresken Sankt Ulrichs Platz und im Online Shop: Hier finden Sie die entsprechende Auswahl unter der Kategorie „Archive Sale“.

Der Online Shop ist jetzt übrigens neu. Vielleicht haben Sie es in vergangenen Artikeln gelesen: Wir haben die Leerzeiten in der Krise genutzt, um ihn einfacher, intuitiver und schneller zu machen.

Wie.

Stefanie und Toni sind für Sie da und beraten Sie wie gewohnt mit Gespür und in Begleitung von Kaffee oder Wein. In eigensinniger Atmosphäre, und ab sofort in größerer Freiheit ganz ohne Maske. Sie können, wie in „alten Zeiten“, durch den Showroom flanieren, sich von den Natur-Stoffen berühren lassen, Leder begreifen, Eigensinn atmen, filterlos.

Wir liefern schnell, sehr schnell.

Geliefert wird schnell, sehr schnell sogar: Innerhalb Wiens erhalten Sie Ihre Eigensinnigkeit innerhalb von 3 Stunden per Fahrradbote – egal ob nach Hause, ins Büro, zum Spielplatz oder in den Garten. Innerhalb Österreichs und Europas benötigen Lieferungen einen Tag; außerhalb Europas zwei bis vier Tage.


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WEITERE ESSAYS, PENSÉES UND IMPRESSIONEN


Schwarz: Eine Hommage an die dunkelste aller Farben - Magazin, Essay | eigensinnig wien

SCHWARZ - EINE HOMMAGE AN DIE DUNKELSTE ALLER FARBEN

„Black says: ‚I don’t bother you - don’t bother me‘,” sagt der Avantgarde-Designer Yohji Yamamoto. Warum ist Schwarz die Farbe der Avantgarde, der Existenzialisten, der Intellektuellen und die beliebteste Farbe in der Mode? Ein Essay über die widersprüchlichste aller Farben, über das „neue Schwarz“ in der Mode, das All und die „dark night of the soul“, über Amy Winehouse, Albert Camus und einige Größen der Mode-Avantgarde.

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DIE KRISE, DAS ABSURDE UND DIE DEMOKRATIE

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Die neue Freiheit, unser leises Erwachen und der Duft des Frühlings - Magazin, Essay | eigensinnig wien

DIE NEUE FREIHEIT, UNSER LEISES ERWACHEN UND DER DUFT DES FRÜHLINGS

Wir sind wieder da, aber anders. Über die Wandlung der Sprache und Uniformität der Tage; Aufbrüche in eine neue Zukunft, Wege ins Unbekannte, Ungewisse und Unsichere; über die Ausdehnung des Selbst nach der Coronakrise und das Sinnvolle der grenzenlose Gefühle.

A R T I K E L   L E S E N